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Die Kuei-jin sind asiatische Übernatürliche, deren Geist nach ihrem Tod in ihren Körper zurückgekehrt ist, um ihre karmischen Pflichten zu erfüllen. Sie haben oberflächliche Gemeinsamkeiten mit den Kainiten und werden deshalb bisweilen irreführend als „asiatische Vampire“ bezeichnet. Von den Kainiten werden sie auch Cathayer genannt. Sie stammen nicht von Kain ab.

Etymologie und BezeichnungenBearbeiten

Der Begriff „Kuei-jin“ setzt sich zusammen aus dem chinesischen kuei (鬼 guǐ), d. h. „Erscheinung“, „Geist“, „Gespenst“, und dem japanischen Suffix -jin (Hiragana: じん; Katakana: ジン), das soviel wie „Volk“ oder „Leute“ bedeutet. Dieser Begriff wurde nach dem zweiten Weltkrieg populär; Japan und China beherbergen die mächtigsten Massen an Kuei-jin, sodass durch diesen Begriff die Eintracht der Kuei-jin als ganzes betont werden soll.

„Cathayer“ leitet sich vom Begriff „Cathay“ ab, mit dem Marco Polo seinerzeit China, im Besonderen Nordchina, bezeichnete. Die Kuei-jin selbst lehnen diesen Begriff ab und empfinden ihn als beleidigend.

Physiologie und PsychologieBearbeiten

Kuei-jin werden durch den so genannten Zweiten Odem erschaffen. Der Mensch stirbt, aber sein Geist kehrt in einen Körper – in der Regel seinen eigenen – zurück. In gewisser Weise ähneln sie dadurch den Risen. Ist der Körper nicht in einem adäquaten Zustand, also zum Beispiel verbrannt, ist es möglich, dass er sich schlicht neu formt – andernfalls sucht der Geist sich einen anderen Körper. Die Kuei-jin glauben, dass dies geschehe, damit sie ihre karmische Schuld begleichen können, sodass sie nicht, wie die Kainiten, in der Lage sind, die Verantwortung für ihren Zustand einem anderen zu übergeben. Tatsächlich gibt es zwei Gründe, aus denen man zu einem Kuei-jin wird: Entweder, man erweckt als Sterblicher die dunkle Seite seiner Seele oder man stirbt auf eine derart traumatische Art, dass ebendiese im Moment des Sterbens erwacht. In jedem Fall bedarf es jedoch großer Willenskraft, als Toter in seinen Körper zurückzukehren.

Wie nah die Kuei-jin nach dem Zweiten Odem den Lebenden oder den Toten sind, ist von ihrer individuellen Konzentration an Yin und Yang abhängig. Dies sind zwei elementare Kräfte, die durch Chi, einer essentiellen und für die Kuei-jin überlebenswichtigen Energie, die alles durchfließt, aufgenommen werden. Kuei-jin sind die einzigen Shen, wie asiatische Übernatürliche genannt werden, die Chi nicht selbstständig herstellen können. Chi kann zum Beispiel durch Blut, aber auch durch Essen, Atem und andere Substanzen aufgenommen werden. Ob es sich dabei um Yin- oder Yang-Chi handelt, hat Einfluss auf die Persönlichkeit.

Chi wird benutzt, um spezielle Kräfte, Disziplinen genannt, einzusetzen. Es ermöglicht auch die Wundheilung und das Steigern von Fähigkeiten. In der Regel sind Kuei-jin nicht in der Lage, ein Blutsband zu erzeugen; nur einige ihrer Disziplinen erlauben dies. Sie können auch keine Ghule schaffen. Allerdings können solche Kuei-jin, die ein Ungleichgewicht in Richtung Yang aufweisen, schwanger werden oder andere schwängern. Die Kinder werden Dhampyre genannt.

Die meisten jungen Kuei-jin, Chih-mei genannt, können Chi nur aus Fleisch beziehen. Erst indem sie ein so genanntes Dharma annehmen, lernen sie, es auch durch andere Substanzen aufzunehmen. Ein Dharma hilft auch, die eigene Natur zu verstehen und die gegebenen Kräfte besser zu nutzen. Die Bodhissatvas und Arhats, weise und mächtige Kuei-jin, die auf dem Weg ihres Dharmas weit fortgeschritten sind, sind so mächtig wie die Methusalems der Kainiten. Es gibt fünf Dharmas. Sie ermöglichen einen Zustand, der mit Golconda, das von ebendiesem Zustand abstammt, vergleichbar ist.

Kuei-jin können durchaus Nahrung aufnehmen, auch wenn diese abgesehen vom Chi keinen Effekt auf sie hat. Sie können auch betrunken werden, wenngleich sie etwa zehnmal mehr Alkohol vertragen als ein durchschnittlicher Sterblicher.

Wie auch die Kainiten haben die Kuei-jin eine Art Tier in sich. Dieses wird P'o genannt und ist im Gegensatz zum Tier der Kainiten äußerst intelligent. Im Kontrast zum P'o steht das Hun, die höhere und rationale Seite eines Kuei-jin. Einige glauben, dass nur die Balance zwischen diesen beiden Einheiten wahre Transzendenz bringt.

Wegen ihres P'os sind die Kuei-jin in der Lage, in Raserei zu verfallen. Sie nennen diesen Zustand „fire nature“. Sie können zudem vom P'o besessen werden. Diesen Zustand nennen sie „shadow nature“.

Ein Pflock durch das Herz ist per se harmlos für einen Kuei-jin. Dennoch ist das Herz essentiell für die Verwendung von Chi, und einige Materialien gefährden tatsächlich seinen Fluss durch den untoten Körper. Kuei-jin, die ein Ungleichgewicht in Richtung Yin aufweisen, reagieren empfindlich auf Holz; jene, die einen Überfluss an Yang besitzen, haben Metall zu fürchten.

Es ist Kuei-jin möglich, in Starre zu fallen. Sie nennen diesen Zustand Little Death. Ihr Körper stirbt, aber der Geist bleibt in ihm. Er ist in dieser Zeit schrecklichen Visionen und Alpträumen ausgesetzt. Oft vernichtet dieses Erfahrung die Fortschritte, die sie auf ihrem Dharma gemacht haben. Deshalb fürchten sie diesen Zustand.

Wie auch für Kainiten ist das Licht der Sonne für die Kuei-jin tödlich. Diese brennen jedoch nicht, sondern verrotten durch es. Die individuelle Empfindlichkeit ist dabei vom eigenen Yin abhängig. Sie nehmen zudem schwer heilbaren Schaden durch Feuer sowie durch die Zähne und Klauen anderer Shen. Kuei-jin selbst besitzen nicht die für Vampire typischen scharfen Eckzähne, auch wenn sie sie durch ihr P'o ausfahren können.

Stirbt ein Kuei-jin endgültig, verlässt sein Geist den Körper, der sofort zu Asche zerfällt. Die Kuei-Jin glauben, dass es nach ihrem endgültigen Tod keine Hoffnung für sie gibt. Sie werden nicht wieder reinkarniert und fallen dem Vergessen zum Opfer.

Kultur und GesellschaftBearbeiten

Die Kuei-jin haben wie die Kainiten eine Art Maskerade, auch wenn diese – wie bei allen Shen – wesentlich lockerer ist. Zwar leben und wirken sie nicht völlig offen, doch sie achten auch nicht allzu sehr auf Geheimhaltung. Ihnen kommt dabei die Haltung der sterblichen Bevölkerung zu Gute; es ist üblich, Dinge vor anderer Augen verborgen zu regeln und weniger Fragen zu stellen. Zudem sind die Sterblichen sich der Präsenz des Übernatürlichen durchaus bewusst, auch wenn sie keine Details kennen.

VerbreitungBearbeiten

Man kann davon ausgehen, dass ein Kuei-jin etwa auf 100 000 Sterbliche kommt. In China gibt es demnach etwa zwölftausend. Die meisten Kuei-jin leben in und kommen aus Asien. Trotzdem gibt es zunehmend auch Sterbliche in amerikanischen Chinatowns, die dort den Zweiten Odem durchleben. Ein besonders deutliches Beispiel für den Einfluss der Kuei-jin außerhalb Asiens ist Los Angeles.


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